Digitale Revolution führt zu mehr Flow

Gerade lese ich in Csíkszentmihályis “Flow. Das Geheimnis des Glücks” (orig.: “Flow, the psychology of optimal experience”), dass bei jenen Tätigkeiten, die “innerlich einem Spiel” ähneln, am ehesten ein Flow-Erlebnis entsteht. Als sehr geeignete Tätigkeiten nennt Csíkszentmihályi Jagen und Angeln. Diese Tätigkeiten zeichnen sich durch Eigenschaften wie bewältigbare Herausforderungen, unmittelbare Rückmeldung und Vielfalt (Csíkszentmihályi meint wohl: nicht vorhersehbare Momente) aus, alles Eigenschaften von Spielen. Csíkszentmihályi (ich erwähnte den Namen absichtlich oft…) schreibt weiter, dass sich Jäger-und-Sammler-Kulturen vielfach schwer tun, zum Ackerbau zu finden, auch wenn Ackerbau in der jeweiligen Situation überlebensnotwendig sei.

Geschädigt durch meine Referate zu den Auswirkungen des Leitmedienwechsels auf die Bildung habe ich geistig weitergesponnen von der Ackerbaukultur zur industrialisierten Gesellschaft, die durch dröge Fabrikarbeit (und einer hohen Arbeitslosigkeit) beprägt war. Fabrikarbeit bedeutete noch weniger unvorhersehbare Momente, noch weniger Herausforderungen als beim Ackerbau. Dh. die Gesellschaft hat sich mit ihrer Entwicklung immer weniger befriedigende, erfüllende Arbeit verschafft.

Wie sieht das nach der digitalen Revolution aus (achso, die ist ja schon hinter uns)? Routinearbeiten können automatisiert werden, was bleibt, sind wohl eher analytische problemorientierte Aufgaben. Diese würden erheblich stärker den erwähnten Spiel-Elementen entsprechen. Demnach scheint es so, dass der gegenwärtige Leitmedienwechsel der erste ist, der wieder mehr Spass, mehr Erfüllung am Arbeitsplatz bringt. Da nehmen wir die zunehmende Demenz doch gerne in Kauf.

Hier habe ich ausführlich beschrieben, weshalb ich überzeugt bin, dass die Digitale Transformation dazu führt, dass die Spielorientierung die Leistungsorientierung als vorherrschendes gesellschaftliches Paradigma ablöst.

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