Gamification von Unterrichtseinheiten: Ergebnisse meines Dissertations-Projektes

Im Mai 2017 habe ich meine Dissertation mit dem Titel “Computerunterstützte Gamifizierung in der Sekundarstufe I. Konzeption und Erforschung von Maßnahmen zur Einbindung spielerischer Elemente in Lernsettings” zur Begutachtung eingereicht und in Klassen erprobt. Mit Hilfe der Online-Plattform QuesTanja haben wir Unterrichtseinheiten in Mathematik und Geschichte mit spieltypischen Elementen angereichert. Im Unterschied zu ähnlichen Projekten ging es mir nicht darum, die schulische Leistung oder die Motivation zu messen und mit einer Kontrollgruppe zu vergleichen, sondern den entstandenen Unterricht zu analysieren. Ziel der Gamification-Massnahmen war ein schülerzentrierter Unterricht, bei dem die Schülerinnen und Schüler die ihnen zugestandene Verantwortung im Sinne des vorgegebenen Lernziels wahrnehmen.

Ein Teil der Forschungsergebnisse wurden nun im Sammelband Schule neu denken und medial gestalten unter dem Titel Lehr- und Lernverhalten in einem durch spieltypische Elemente angereicherten Unterricht publiziert. Ein herzliches Dankeschön geht an die beiden Co-Autoren Nico Steinbach und Christian Spannagel.

Das Abstract des Beitrages:

“Digitale Technologien bedrängen in der Arbeitswelt immer mehr Routinetätigkeiten. Gleichzeitig entstehen vermehrt Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an kreative Problemlösefähigkeiten, bei denen eine ausgesprochen selbstständige Arbeitsweise essenziell scheint. Diese veränderten Anforderungen können in der Schule mit einer Orientierung an Spielen angegangen werden, in denen ebenfalls mit hoher Selbstständigkeit Herausforderungen gemeistert werden. Dies wird meist mit dem Einsatz von Lernspielen angestrebt. Der vorliegende Beitrag beschreibt Ergebnisse eines Forschungsprojektes mit einem anderen Ansatz. Nach den Prinzipien von Gamification wurden mittels einer Webplattform Unterrichtseinheiten mit spieltypischen Elementen angereichert. Es entstand ein schülerzentrierter, differenzierter Unterricht mit meist lockerer, spielerischer Grundstimmung. Die Plattform hat die Lehrpersonen hinsichtlich Unterrichtsvorbereitung, Unterrichtsorganisation, Motivierung und Korrektur deutlich entlastet, sodass ihnen viel Zeit für individuelles Coaching zur Verfügung stand.”

Besonders erfreulich: Der Sammelband erschien nicht nur als Print-Buch. Sämtliche Beiträge stehen online unter Creative Commons by-sa frei zur Verfügung. Herzlichen Dank dafür den Herausgeber*innen Nina Grünberger, Klaus Himpsl-Gutermann, Petra Szucsich, Gerhard Brandhofer, Edmund Huditz und Michael Steiner, sowie dem Verlag Werner Hülsbusch.

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