Zusammenhang zwischen Motivation, Gamification und Anreizen

Gamfication lässt sich wie folgt erklären:

In einem System erledigen Menschen mehr oder weniger motiviert Aufgaben. Motivation wird üblicherweise in extrinsische und intrinsische Motivation unterteilt. Mir gefällt die feinere Unterteilung von Ryan & Deci [1]:

ausgangsmotivation

Gamification kann als Technik definiert werden, die die Motivation dank spieltypischen Elementen weiter in Richtung intrinsischer Motivation verschiebt. Und klar, wenn die Ausgangsmotivation bereits ganz intrinsisch ist, ist Gamification nicht notwendig.

gamificationGamification kann auf verschiedenste Art geschehen. Wenn simple Belohnungsanreize wie Punkte und Badges im Vordergrund stehen (auch bekannt als Pointification) erhöht das vor allem die extrinsische Motivation. Dem steht die Selbstbestimmungstheorie (ebenfalls von Deci & Ryan [2]) gegenüber, die die Parameter beschreibt, durch die das Gefühl der Selbstbestimmung erhöht wird. Orientiert sich Gamification an diesen Parametern, dürfte die intrinsische Motivation zunehmen.

Gamification kann aber nicht nur die Motivation erhöhen, sie kann bewusst Anreize setzen. Beispielsweise versuchen wir mit QuesTanja Anreize für Lehrpersonen zu setzen, einen schülerzentrierten Unterricht durchzuführen. Dh. wir versuchen zu motivieren, auf bestimmte Art mit dem System umzugehen. Dies tun wir mit der Zusammenstellung der spieltypischen Elemente. Vielfach werden Anreize durch Daten oder Funktionen gesetzt, die zur Verfügung gestellt werden. Beispielsweise können Schülerinnen und Schüler in QuesTanja zu jeder Quest die Information abrufen, welche Klassenkameraden die Quest schon gelöst haben. Dank dieser zur Verfügung gestellten Information ermöglichen wir, dass sie sich gezielt Hilfe bei ihren Kameradinnen und Kameraden (was in den Erprobungen bestens funktioniert hat).

Literatur
[1] Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2000). Intrinsic and Extrinsic Motivations: Classic Definitions and New Directions. Contemporary Educational Psychology, 25(1), 54–67.
[2] Deci, E. L., & Ryan, R. M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift Für Pädagogik, 39(2), 223–238.

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