Spielertypen

Es gibt unterschiedliche Ansätze, Spieler zu klassifizieren. Am bekanntesten ist sicherlich jener von Richard Bartle, der die Spieler einteilt in

  • Achiever
  • Killer
  • Socialiser
  • Explorer

Bartle fokussiert dabei vor allem auf Multiplayer-Spiele (MMORPGs). Es steht online ein Test zur Verfügung, mit dem der eigene Spielertyp bestimmt werden kann. Allerdings überzeugte mich dieser Test wenig. Er besteht aus präferierenden Fragen wie “ist es dir wichtiger, mächtig im Spiel zu sein oder bessere Ausrüstungsgegenstände zu haben”. Solche Fragen differenzieren meiner Meinung nach zu wenig, bei obigem Beispiel könnte ich als Antwort ebensogut eine Münze werfen, weil die Macht in MMORPGs typischerweise mit den besseren Ausrüstungsgegenständen steigt. Ausserdem ist der Test recht umfangreich und eignet sich deshalb schlecht, um etwa in einer Studie zu QuesTanja die Bartle-Typen abzufragen.

MIttlerweile existieren etliche andere Klassifikationen, so eine von Nick Yee (Fokus auf Motivationsfaktoren in MMORPGs) und eine von Avery Alix (ähnlich zur Bartle-Einteilung). Immer wieder stösst man auf Brainhex. Bei diesem Ansatz verknüpft Chris Bateman neurobiologische Erkenntnisse mit Spieler-Archetypen, dh. er geht davon aus, dass Spieler beim Spielen Hirnbereiche unterschiedlich stark aktivieren. So entstehen 7 Klassen (wobei oft zwei im Vordergrund stehen):

  • Seeker
  • Survivor
  • Daredevil
  • Mastermind
  • Conqueror
  • Socialiser
  • Achiever

Bateman stellt ebenfalls einen Online-Test zur Verfügung, der für wissenschaftliche Zwecke übernommen werden darf. Der Test gefällt mir besser als der Bartle-Test, aber auch hier habe ich mich mitunter schwer getan mit einer Antwort. Je nach dem, welches Spiel man vor Augen hat, fällt die Antwort anders aus. Die Resultate dürften aber stabiler sein als beim Bartle-Test, bei dem ich bei jedem Test stark unterschiedliche Resultate generiere. Vermutlich ist es generell schwierig, Spielertypen abzufragen, ohne sich bei den Fragen auf ein bestimmtes Spiel zu beschränken. Und besser als ein Fragebogen wäre sicherlich einfach das Spielverhalten auszuwerten, was natürlich für Forschende kaum möglich ist.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Spielertypen-Tests gemacht?

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