Derzeit macht ein neues Spielchen die Runde, Cookie Clicker. Zu Beginn sieht das so aus:

Hmm, links ein Cookie und rechts nebst Werbung einige ausgegraute Rechtecke. Was tun? Mal auf das Cookie klicken. Oben wechselt der Zähler von 0 cookies auf 1 cookies. Nochmals draufklicken. Ah, 2 cookies. Ist das alles, was man tun kann? Ok, draufhalten auf das Cookie!
Nach 15 Klicks tut sich rechts was, ein ausgegrautes Feld wird aktiviert:

Ein Cursor? Geklickt. Gekauft. Ah, nun klickt der Cursor selbst auf das Cookie und ich kann zurücklehnen und zuschauen, wie der Cookie-Zähler hochzählt. Und so gehts weiter. Nach 100 Cookies kann ich eine Grossmutter einstellen, die Cookies backt. 500 Cookies. Rasch eine Cookie-Farm gekauft.
Hm, wie dämlich ist das eigentlich? Der Inhalt ist auf ein Cookie und einige Beschleuniger reduziert. Ansonsten gibts nur strukturelle Spielelemente wie den Cookie-Zähler und Badges. Und trotzdem zieht mich das Spiel hinein. Ich will die Fabrik. Dann die Cookie-Mine. Je mehr Cookies produziert werden pro Sekunde desto mehr Cookies benötige ich, um die nächstgrössere Produktionseinheit kaufen zu können.
Nach dem selben Prinzip funktionieren ganz viele Spiele, mit dem einzigen Unterschied, dass deren Inhalt komplexer ist. Farmville etwa. Die Siedler. Anno Online. Überall heisst es: Produktion steigern. Ein Ende ist nicht absehbar, es geht immer weiter.
Wer seine Zeit mit solchen sinnlosen Spielen verplempern will, ist selbst schuld. Ich habe besseres zu tun. Mir mehr Bildungs-Titel erwerben. Die Leserschaft meines Blogs ausbauen. Mehr Twitter-Follower sowieso. Mehr Ruhm. Mehr Geld.
PS: Verflixt! Die Grenze zwischen Real Life und Spiel zu ziehen, ist doch nicht so einfach, wie ich dachte.
PPS: Inzwischen habe ich 23 Millionen Cookies gebacken.