Vor einiger Zeit habe ich geschrieben, weshalb ich Gamification von Unterrichtseinheiten nicht mag. Da ich aber selbst Unterrichtseinheiten gamifiziere, muss es auch Gründe geben, weshalb ich das mag. Hier sind sie:
- Gamifizierte Unterrichtseinheiten befördert zumeist einen schülerzentrierten Unterricht und fördert die Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler. Das muss nicht zwingend so sein, doch spielerische Elemente führen meist zu einer individuellen Nutzung des gamifizierten Systems.
- Gamification kann die intrinsische Motivation fördern und damit die tendenziell extrinsische Motivationsförderung des Schulsystems (Lernen auf Prüfungen statt aus Interesse, eingeschränkte Wahlfreiheiten durch normierte Lernziele, etc.) teilweise überlagern. Bitte was? Punkte, Badges und Ranglisten als klar extrinsische Anreize sollen intrinsische Motivation fördern? Ich behaupte ja und werde das später ausführlich begründen. Nur als kleiner Denkanstoss: Werden Spiele meist intrinsisch oder extrinsisch motiviert gespielt?
- Gamification kann eine ernste Sache wie schulisches Lernen lustvoller, spassiger gestalten und so den wahrgenommenen Leistungsdruck mindern.
- Gamification kann das Verhalten der Schülerinnen und Schüler – wie auch jenes der Lehrpersonen – durch feine Anreize lenken anstatt durch Druck.
- Unterrichtseinheiten zu gamifizieren ist ein guter Einstiegspunkt, mich mit dem Thema Gamification im Bildungswesen zu beschäftigen. Die hierbei gemachten Erfahrungen können dann für Gamificationprojekte auf weitergefasster Ebene hilfreich sein.
