Tröpfchenenweise dringen Neuigkeiten über das Ausmass der NSA-Weltbespitzelung zu uns. Betont die USA noch immer, dass ihr umfangreiches Datensammeln ausschliesslich zur Terrorbekämpfung diene und somit die Sicherheit erhöhe, gibt es mittlerweile konkrete Hinweise, dass dem nicht so ist. So soll die USA u.a. am jüngsten Klimagipfel in Dänemark die Verhandlungspartner ausspioniert und die Informationen zu ihren Gunsten genutzt haben. Andernorts wird spekuliert, ob etwa europäische Regierungen, die ja auch Opfer von Bespitzelung wurden, aufgrund der abgefangenen Daten erpressbar sind, resp. längst erpresst werden.
Was hat die wohl grösste Bespitzelungsaktion der Weltgeschichte für Konsequenzen für die Schule? Hat sie überhaupt welche?
- Auf der Ebene des Datenschutzes könnte man sich etwa folgende Fragen stellen: Vielerorts gilt der Grundsatz, dass Schulen sensible Daten wie Schulnoten oder Adresslisten der Schülerinnen und Schüler nicht auf ausländischen Servern hosten sollen. Kann man die Daten nun künftig auf Dropbox & Co. legen, wenn man davon ausgehen muss, dass die NSA sie ohnehin in die Finger bekommen wird? Oder dürften Schulen im Gegenteil Daten gar nicht mehr digital erfassen?
- Auf der gesellschaftlichen Ebene könnten Fragen aufgeworfen werden wie: Kann die Schule etwas dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler lernen, sich in einer total überwachten Welt zu bewegen? Oder kann die Schule etwas beitragen, damit Schülerinnen und Schüler die Überwachung weniger gleichgültig hinnehmen wie etwa meine Generation? Kann etwa die Mündigkeit erhöht werden, vielleicht indem die informatische Grundbildung erhöht wird (analog zur Alphabetisierung der Gesellschaft durch die Etablierung öffentlicher Schulen; zumindest ist es spannend, dass der CCC mit seiner hohen informatischen Bildung zu den wenigen zählt, die konkret etwas gegen die Bespitzelung tun) oder indem gezielt kritisches, eigenverantwortliches Handeln gefördert wird (vielleicht als Gegensatz zum folgsamen Handeln nach Anleitung)?