In einem kürzlichen Referat am 30. Chaos Communication Congress [30c3] des Chaos Computer Club [CCC] führt Jöran Muuß-Merholz Argumente an, weshalb die digitale Revolution im Bildungswesen (bisher) gescheitert ist:
Zusammenfassen kann man die Gründe mit einem Zitat des kanadischen Medientheoretikers Marshall McLuhan aus den 1960er Jahren:
«Wir sollten uns davor hüten, die Formen alter Technologien zu nutzen, um mit neuen zurechtzukommen – das bringt nichts.»
Gemäss McLuhan geschieht diese Nutzung einer neuen Technologie auf die Art und Weise der alten jedoch anfangs immer. Entsprechend finden wir heute statt Lernräume, die selbstbestimmtes, kreatives, individuelles Lernen ermöglichen, interaktive Whiteboards (die Frontalunterricht befördern) oder xMOOCs, die sich auch kaum von herkömmlichen Lehrformen unterscheiden. Dieses Festhalten am Alten zeigt sich gar an einzelnen Begriffen, wie Jöran Muuß-Merholz in seinem Referat beschreibt:
«Kompetenz – der Begriff hat sich durchgesetzt, die Bedeutung leider nicht.»
Das heisst, es wurde zwar ein neuer Begriff geschaffen, der den durch die ICT bedingten neuen Anforderungen gerecht werden würde, gelebt wird er aber vielfach wie der alte Begriff “Qualifikation”.