Nutzen von Fachwikis

Der deutsche Bildungsserver hat im Frühling ein eigenes Wiki ins Internet gestellt. Ähnlich wie die Wikipedia will das Wiki des Bildungsservers lexikalische Beiträge sammeln, allerdings inhaltlich fokussiert auf den Bildungsbereich. Der Grundstock der Artikel stammt aus der Wikipedia. Fachleute sollen diese Artikel überarbeiten und ergänzen sowie neue Artikel anlegen.

In verschiedenen Blogs wird über Sinn und Unsinn eines solchen Wikis diskutiert. Gemäss meinen Beobachtungen sind eigene Wikis beliebt im Bildungsbereich. Viele Lehrpersonen lassen ihre Schülerinnen und Schüler offenbar lieber in einem eigenen Wiki z.B. Artikel über die griechische Mythologie verfassen, als in der Wikipedia. Mehr Kontrollmöglichkeiten und eine geschlossenere Arbeitsumgebung sind die Vorteile solcher Schulwikis. Der Verlust der grossen Wikipedia-Community und deren hilfreiche Rückmeldungen und konstruktive Mitarbeit ist der Nachteil.

Die Verantwortlichen des Bildungsserver-Wikis führen andere Gründe an für die Initiierung ihres Wikis:

[…] Damit reagiert der Deutsche Bildungsserver auf die – laut Wikipedia – noch sehr zurückhaltende Beteiligung in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen, denen er nun für die Bereiche Bildung und Erziehung ein fachspezifisches Forum eröffnet.

Sie wollen also gewissermassen die Wikipedia zu den Fachpersonen bringen, wenn die Fachpersonen nicht zur Wikipedia gehen wollen. Mit einem ähnlichen Gedanken rief ich vor zweieinhalb Jahren für die Menschenrechtsorganisation Incomindios Schweiz das Indianer-Wiki ins Leben. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es nicht viel einfacher ist, Fachleute in einem eigenen Wiki, mit dem sie sich stärker identifizieren sollten, mitwirken zu lassen als in der Wikipedia. Von da her kann ich dem Bildungsserver nur viel Erfolg wünschen.

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