Schülerinnen und Schüler wie auch Studierende greifen reflexartig zur Wikipedia, wenn sie einen Vortrag oder eine Seminararbeit vorbereiten müssen. Dies freut die Lehrpersonen oder Dozierenden nicht nur. Im wesentlichen begegnen sie der Wikipedia auf drei Arten:
1. Ignorieren. Sie haben die Wikipedia noch nicht entdeckt oder deren Einfluss auf die Schule nicht erkannt und gestalten den Unterricht so wie in der Prä-Wikipedia-Zeit
2. Gezielt nutzen: Sie haben den Nutzen der Wikipedia erkannt und lassen ihre Schülerinnen und Schüler bewusst in der Wikipedia mitschreiben. Vor kurzem habe ich über zwei Dozierende von der University of Washington Bothell berichtet, die positive Erfahrungen gemacht haben damit. Jetzt machte ein ähnlicher Bericht die Runde durch die Medien.
3. Verbieten: Der Zugang von Schul-Computern zur Wikipedia wird gesperrt und die Schülerinnen und Schüler dürfen die Wikipedia nicht zur Recherche verwenden. Aus den USA erreichten uns in den letzten Tagen mal wieder solche Meldungen. Dies dürfte die kurzsichtigste Lösung sein. Schülerinnen und Schüler lernen so weder den kritischen Umgang mit Medien noch kann das Wikipedia-Verbot wirklich durchgesetzt werden.
Mein Tipp: Wer sich nicht für Variante 2) begeistern kann, sollte sich überlegen, wie er oder sie die Arbeitsaufträge an die Studierenden oder Schülerinnen und Schüler zeitgerecht anpassen kann. Arbeiten schreiben lassen, in denen Wikipedia-Artikel fast 1:1 übernommen werden können, dürfte weder motivierend noch sinnvoll sein.