Veraltete Geisteswissenschaft?

Die aktuelle Ausgabe von Informatik Spektrum widmet sich – der Geisteswissenschaft. In einem fünf-seitigen Beitrag stellt Gunter Dueck fest, dass der Umgang mit ICT sich als neue Kulturtechnik in unser Leben eingenistet hat. Die Geisteswissenschaft ignoriert diese aber, so wie früher der Rechenschieber und der Taschenrechner ignoriert worden sind.

»Früher mussten sich die Geisteswissenschaftler plagen und für eine normale Magisterarbeit an die tausend Zitate oder auch mehr zusammentragen, wenn die Note entsprechend ausfallen sollte.
[…]
Die Suchfunktionen im Computer, das Googlen und Wikipedia dampfen die nötige Arbeit auf einen sehr, sehr kleinen Teil zusammen. Übrig bleibt nur der kümmerliche Teil der eigentlichen Geisteswissenschaft.«

Die Geisteswissenschaft will sich gemäss Dueck aber nicht auf den “Teil der eigentlichen Geisteswissenschaft” konzentrieren.

»Eine neue Kulturtechnik bereichert also den Geist, aber sie verändert ihn auch und das ganze Leben drum herum. Der Geist aber will nur tiefer werden, sich aber nicht verändern. Er will vor allem das ewige granithart Feste und den Kanon nicht aufgeben, ebenso nicht den Glauben an die immer gleiche Wahrheit und die Gültigkeit der bewährten Methoden.«

Das führt uns wieder zu den vier Möglichkeiten (ehemals drei), wie die Schule mit der Wikipedia – und entsprechend auch mit anderen Diensten wie YouTube, Flickr, etc. – umgehen kann:

  1. Verbieten
  2. Ignorieren
  3. Den Unterricht der neuen Ist-Situation anpassen
  4. Gezielt nutzen
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