(Für einmal sei mir das Deppenleerzeichen im Titel erlaubt, das Original schreibt sich auch so).
Die Meldung, dass das Wikipedia Lexikon von Bertelsmann (!) erschienen ist, wurde hinlänglich durch die Presse gereicht. Auf die Problematik der unzulänglichen Lizenz-Befolgung hat Peter Haber bereits hingewiesen. Nachdem eine Ausgabe den Weg zu mir in die Schweiz gefunden hat, bleibt mir einzig, einige Worte zu meiner ersten Stöbertour durch den Band zu verlieren. Die Einträge wurden ja Bottom Up ausgesucht, nicht wie gewohnt Top Down. Das heisst, es wurden die Lemmas ausgewählt, die in der Wikipedia am häufigsten besucht werden, und nicht die Lemmas, die eine Redaktion für die wichtigsten hält. Bezogen auf die Schweiz bedeutet das beispielsweise, dass nur fünf Kantone berücksichtigt wurden: Aargau, Bern, Graubünden, Tessin und Wallis. Von den sieben Bundesräten scheint einzig Frau Eveline Widmer-Schlumpf zu interessieren. Alt-Bundesrat Christoph Blocher darf natürlich nicht fehlen. Ein Blick über die Grenze zeigt, dass das Deutschlandlied Deutschland in Punkto Länge übertrumpft. Wenn wir über den Atlantik linsen, fällt auf, dass die Familie Clinton gleich mit drei Einträgen vertreten ist, wobei dem Ex-Präsidenten verdientermassen der längste zusteht und der Tochter Chelsea der kürzeste.
Und nun ist es definitiv: Die Wikipedia ist wichtiger als der Brockhaus; letzterer ist im Lexikon nicht existent.