Das im Dezember 2011 bei vwh publizierte Buch von Gregor Franz ist eine leicht überarbeitete Fassung seiner Bachelorarbeit an der FH Potsdam. Es gliedert sich in drei Teile: Der erste Teil erklärt in groben Zügen die Geschichte sowie die Funktionsweise der Wikipedia. Ausserdem geht er auf einige Herausforderungen ein wie Edit Wars, Qualitätssicherung und die Bestimmung der Relevanz. Dieser Teil richtet sich an ein Publikum, das noch nicht allzu viel weiss über die Wikipedia.
Im zweiten Teil stellt Franz die verschiedenen Werkzeuge und Prozesse zur Übersetzung von Wikipedia-Artikeln vor, etwa das Google Translator Toolkit, WikiBhasha von Microsoft Research oder auch den Import eines Wikipedia-Artikels aus einer anderen Sprachversion. Dieser Teil richtet sich ebenfalls an ein Laienpublikum, aber durchaus auch an Wikipedianer, die sich noch wenig mit Übersetzungen von Wikipedia-Artikeln beschäftigt haben.
Der dritte Teil umfasst ein detailliertes Lastenheft eines neuen, komplexen Übersetzungsdienstes für die Wikipedia, das der Autor WikiLINC nennt. WikiLINC ist als Portal mit integrierter Benutzeroberfläche zum Übersetzen gedacht. Die Übersetzungen sollen teilweise maschinell und teilweise manuell erfolgen. Es soll auch möglich sein, etwa Abschnitte aus einem deutschsprachigen Artikel Abschnitten aus dem französischsprachigen Pendant zuzuweisen. Gregor Franz hat sich zweifelsohne sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt und entsprechend beschreibt er die Idee von WikILINC sehr detailliert und in eigener Terminologie. Als Leser habe ich mich zuweilen etwas in den Details und der Terminologie verloren. Dieser Hauptteil des Buches richtet sich aber eigentlich auch nicht an mich, sondern an die Wikimedia Foundation oder an Mediawiki-Entwickler, die das Lastenheft umsetzen möchten.
Gregor Franz: “Die vielen Wikipedias. Vielsprachigkeit als Zugang zu einer globalisierten Online-Welt“. Verlag Werner Hülsbusch, Boizenburg, 2011. ISBN 978-3-86488-002-5
